[ Presseartikel ]

"Ich wollte etwas über Bier erzählen können"

Braumeister Andreas Stöttner ist der erste bayerische Bierbotschafter (IHK)

Braumeister Andreas Stöttner ist der erste bayerische Bierbotschafter (IHK)

Mallersdorf-Pfaffenberg. (sw) „Ein wuchtiger, dunkler Doppelbock, pechschwarze Farbe mit einer feinporigen, festen Schaumkrone." Bei einem Laien mag dieser Satz einen fragenden Gesichtsausdruck hervorrufen, nicht aber bei Andreas Stöttner aus Pfaffenberg, der als erster Bayer den Lehrgang zum Bierbotschafter (IHK) erfolgreich absolviert hat. 134 verschiedene Biersorten hat der Braumeister und Brauereibesitzer im Laufe des einwöchigen Lehrgangs verkostet. „Verkosten heißt aber nicht, dass man von jeder Sorte eine Halbe trinkt, sondern nur einige Schlückchen. Man muss also nicht unbedingt besonders trinkfest sein, um an dem Lehrgang teilnehmen zu können", fügt er hinzu.

 

Als Bierbotschafter will Stöttner „allen Bierinteressierten die faszinierende Welt der Biere näherbringen". Im Oktober dieses Jahres leitet der Braumeister ein „Biertasting" unter dem Motto „Kunst und Bier" in einer Landshuter Galerie. Dabei erzählt er unter anderem über die Unterschiede verschiedener Biere, Herkunft und Herstellungsweise. „Ich gebe mein Wissen auch gerne bei meinen Brauereiführungen oder als Referent in Bierseminaren an die Besucher weiter", erklärt Stöttner, der den Lehrgang des Gastronomischen Bildungszentrums der Industrie- und Handelskammer Koblenz im November 2012 absolviert hat. „Ich wollte schon immer etwas über Bier erzählen können und an einem Kurs mit Zertifikat und Prüfung teilnehmen.

 

Der ebenso abwechslungsreiche wie kompakte Lehrgang, der das wachsende Interesse an der Bierkultur aufgreift, wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. „An einem Abend haben wir die typischen Brauhäuser in Köln besucht und auch entsprechend verkostet", erzählt der Braumeister. Die Themenschwerpunkte des einwöchigen Vollzeitkurses waren die Sensorik der etwa 150 Biersorten, Herstellung und Geschichte des Bieres sowie die Bier- und Speisenkombination. Überdies waren auch Themen wie Vermarktung von Bier, Bierbraukultur und regionale Biertradition Lehrgangsinhalt. „Dass die Biersorte ,Kölsch' nur im Raum Köln gebraut werden darf und sogar durch die ,Kölsch Convention' rechtlich geschützt ist, war auch für mich als Braumeister neu und interessant", so Stöttner.

 

Brauch vom Bierkränzchen

 

Auch in Sachen Bierbraukultur hat er etwas Neues dazulernen können. „Bierbrauen war in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung ebenso wie das Brotbacken Sache der Frauen. Gelang ein Sud besonders gut, lud die Dame des Hauses ihre Nachbarinnen zum Bierkränzchen ein. Ein Brauch, aus dem später das ,Kaffeekränzchen' entstand." Am Ende des Kurses mussten sich die sechs Teilnehmer einer Abschlussprüfung stellen, die in drei Teile aufgegliedert war. Neben einer schriftlichen Prüfung und einer Blind-Bierverkostung mussten eine Projektarbeit, eine Präsentation und ein Fachgespräch gemeistert werden. Dabei wurde von den Bierbotschafter-Anwärtern verlangt, vor einem kritischen Publikum einen Vortrag über eine Biersorte zu halten, indem sie unter anderem über deren Geschichte erzählen, Antrunk, Nachgeschmack, Farbe sowie den Geruch beschreiben und Empfehlungen, zu welchen Speisen sich die jeweilige Sorte am besten eignen würde, abgeben mussten. „Bei der Blind-Bierverkostung musste ich zum Beispiel Bockbiere erkennen. Vor mir standen ein heller und ein dunkler Bock sowie ein dunkler Weizenbock. Ich habe sie alle drei erkannt und dann den dunklen Bock beschrieben." Wenn Stöttner ein Bier beschreibt, hört sich das wie eine Ode an den Gerstensaft an: intensive Malznoten, aber angenehm und nicht süßlich im Trunk. Im harmonischen Zusammenspiel mit einer feinherben Hopfenbittere recht erfrischend. Im Abgang ein leichter Malzkörper. Ein preisverdächtiger dunkler Doppelbock.

 

Vortrag über Biersorte

 

Den Vortrag über eine Biersorte hat Stöttner über ein bayerisches Hefeweißbier gehalten. „Nachdem der Lehrgang in Koblenz, Rheinland-Pfalz, stattfand, war ich der Meinung, dass diese Biersorte außerhalb Bayerns am besten unser Lebensgefühl wiedergibt", begründet er seine Wahl. Seine Lieblingsbiersorte ist und bleibt aber das „Export Hell" – das hat sich auch nach der Verkostung von 134 Biersorten nicht geändert.

Lesen Sie hier den Zeitungsartikel vom 14. Juni 2013 aus dem Straubinger-Tagblatt

 

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